Publikumsformate 2022

Zahlreiche Publikumsformate erweitern das Bühnenprogramm und können bei freiem Eintritt besucht werden, darunter Meet the Artists-Gespräche, On the Sofa-Diskussionen mit Künstler:innen des Festivals und anderen Expert:innen, Buchpräsentationen, Onlinegespräche in der Reihe Happy to Listen und Podiumsdiskussionen.

Buchpräsentationen

 

Autor:innen und Schreibende von für die Tanzszene wichtigen Publikationen, stellen diese vor und kommen mit dem Publikum ins Gespräch.

Termine

 

25.8.,16:00 | Bibliothek im August | How to die – Inopiné
Mit: Mia Habib mit Chiara Figone, Anna Pehrsson, Ashkan Sepahvand und Virgil Taylor | Englisch

Die Performance HOW TO DIE - INOPINÉ ist eine transdisziplinäre Untersuchung ökologischer Trauer, kultureller Panik und einem Gefühl des Zusammenbruchs. Diese Themen sind aktueller denn je. Als Teil des künstlerischen Prozesses wurde How to die - Inopiné in ein Buch verwandelt. Die Choreografin Mia Habib und der Herausgeber Ashkan Sepahvand werden das Buch zusammen mit der Berliner Druckerei Archive Books in der Bibliothek im August vorstellen.

Die Performance „How to Die - Inopiné“ wird am 7.10. und 8.10 in der fabrik Potsdam zu sehen sein.

27.8., 12:00 | Bibliothek im August | Choreografie als Kulturtechnik. Neue Perspektiven
Mit: Sabine Huschka und Gerald Siegmund (Hg.) sowie Susanne Foellmer und Sebastian Matthias | Deutsch

Der Begriff des Choreografischen erfährt zurzeit eine bemerkenswerte interdisziplinäre Ausweitung. Von Zellbewegungen in Körpern über Fluggastströme an Flughäfen bis hin zu Lösungsmöglichkeiten für Konflikte erscheinen die unterschiedlichsten Phänomene heute als choreografiert. Dabei markiert Choreografie diejenige kulturelle Instanz, die chaotische und unübersichtliche Bewegungsformen in den Fluss zu bringen, ordnen und gegebenenfalls regulieren vermag. Choreografie erhält damit geradezu eine kulturstiftende Dimension. Welches Potential birgt Choreografie als Kulturtechnik? Was macht Choreografie für eine Kulturtechnikforschung interessant? Das Buch „Choreografie als Kulturtechnik. Neue Perspektiven“ untersucht aus kulturtheoretischer, kultursoziologischer, tanz-, theater-, medien- und kunstwissenschaftlicher Perspektive ästhetische und kulturelle Tragweiten des Choreografischen.

ABGESAGT! - 27.8., 18:00 | HAU3 | tung tunn tom (schwer dünn leer)
Mit: Cristina Caprioli / ccap | Englisch

Die Retrospektive “ONCE OVER TIME” verabschiedet sich mit der Buchpremiere von „tung tunn tom“ (dt. schwer dünn leer). Die ccap-Publikation widmet sich den Grundprinzipien von Cristina Carpriolis choreografischem Schaffen.

Happy to Listen

 

Das Online-Format bietet die Möglichkeit, Künstler:innen, die Tanz im August verbunden sind oder im Rahmen des Festivals auftreten, aufmerksam zuzuhören. Sie definieren ihre eigenen Themen und erforschen selbst gewählte Diskurse, in denen neue Perspektiven, Kritikpunkte und Widersprüche sichtbar werden können. In Zeiten zunehmender Ungleichheiten in der globalen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen und ökologischen Krise sind wir überzeugt, dass wir lernen müssen, aufmerksam zuzuhören.
 
Dramaturgische Begleitung & Koordination: Ana Letunić

Termine

5.8. | #1 Happy to Listen | Der Tanz ums Muttersein: Glorreiche und weniger glorreiche Gesichter einer Tanzkarriere
Moderation: Oona Doherty | Mit: Stephanie McMann & Louise Tanoto

Die Tanzkünstlerinnen Oona Doherty, Louise Tanoto und Stephanie McMann reflektieren über die Bedingungen im Vereinigten Königreich und Europa, unter denen sie mit kleinen Kindern arbeiten, auftreten, touren und Tanz entwickeln. Auch sprechen sie über die Veränderungen in ihrer künstlerischen Arbeit und die Herausforderungen ihrer beruflichen Laufbahnen seit ihrer Mutterschaft. Als Reaktion auf schwierige Bedingungen betrachten sie zudem Möglichkeiten, um die Vielfalt im Tanzbereich zu erhalten und die Aufführungsszene integrativer und anpassungsfähiger zu gestalten.

19.8. | #2 Happy to Listen | Indigene Perspektiven: erinnern, zurückfordern, wiederbeleben
Moderation: Martha Hincapié Charry | Mit: Gaia Lian & Shane Weeks

"Indigene Perspektiven: erinnern, zurückfordern, wiederbeleben", die virtuelle Begegnung zwischen Martha Hincapié Charry und ihren Gäst Gaia Lian und Shane Weeks, stellt die Arbeiten und das Engagement der beiden Künstler:innen und Aktivist:innen aus Brasilien und den USA vor, die den aktuellen dekolonialen Zustand und den Kampf auf dem amerikanischen Kontinent reflektieren. Dies tun sie aus ihrer Perspektive als Erb:innen der Linie der Kariri, Shinnecock und Quimbaya First Nations. Die Erinnerung an das Wissen der Vorfahren, die Rückgewinnung des Landes und die Wiederherstellung aller Beziehungen sind Teil ihrer Verkörperungspraxis, die untrennbar mit politischen Aspekten und dem Alltagsleben verbunden ist.

Alle Happy to Listens 2020–22

Meet the Artist

 

Nach den Aufführungen kann das Publikum in moderierten Gesprächen mehr über ausgewählte Arbeiten und deren Hintergründe erfahren und Fragen an die Künstler:innen stellen.

Termine

 

6.8. Marrugeku
7.8. Amala Dianor
7.8. Frédérick Gravel
10.8. Sebastian Matthias
13.8. Cristina Caprioli / ccap
13.8. LA VERONAL
14.8. Maija Hirvanen
17.8. Robyn Orlin / City Theater & Dance Group
19.8. Oona Doherty
20.8. Martha Hincapié Charry
21.8. Pichet Klunchun
25.8. Faye Driscoll
25.8. Adam Linder
26.8. Trajal Harrell

Special Focus

Termine

 

23.8., 18:00 | HAU3 | tanzschreiber-Dialog: Texte zum Tanz
Mit: Cristina Caprioli und Andrej Mircev | Englisch

Cristina Caprioli und Andrej Mircev reflektieren über die komplexe und paradoxe Beziehung zwischen der Vergänglichkeit sich bewegender Körper und der Dauerhaftigkeit textlicher Spuren und tauschen Ideen über die Verflechtung von Schrift und Tanz aus. Die Auseinandersetzung mit der diskursiven Dimension der Choreografie versucht, den Schnittpunkt zu artikulieren, an dem der Körper mit der Schrift verschmilzt und seine Kompositionsebenen vervielfältigt. Auf der Suche nach kinetischen Agenturen schweift das Gespräch in theoretische Spekulationen und affektive Modi der choreografischen und performativen Praxis ab.

Aufgrund der begrenzten Kapazität bitten wir um vorherige Anmeldung über anmeldung@tanzbuero-berlin.de

26.8., 13:30 | Bibliothek im Augus|‘This curator-producer-dramaturge-whatever figure’ Reflections on and for dance presenters: making dance ‘present’
Mit: Freddie Opoku-Addaie, Florian Malzacher, Virve Sutinen, Ana Letunić et al. | Konzept & Moderation: Angela Conquet | Englisch

Tanz ist heutzutage sehr präsent, und doch weiß man wenig über "diese Kurator:in-Produzent:in-Dramaturg:in-was-auch-immer-Figur", die den Tanz präsentiert. Wer wählt aus, was bedeutet es, auszuwählen, und welche Auswirkungen haben diese Entscheidungen? In den letzten Jahren ist der Druck auf die Veranstaltenden gestiegen, ihre Programmstrategien zu überprüfen und neu zu justieren, um transparenter, ethischer und kulturell kompetenter zu werden. Diese Podiumsdiskussion bietet die Gelegenheit, kritisch darüber nachzudenken, was es wirklich bedeutet, Tanz "präsent" zu machen.

Dieses Gespräch wird durch das Local-Pulse-Programm der Big Pulse Dance Alliance unterstützt.

26.8., 15:30 | Bibliothek im August | Retrospektiven im Tanz? Wozu sind sie gut?
Mit: Cristina Caprioli, Susan Leigh Foster, Andrea Niederbuchner, Stefanie Sachsenmaier, Virve Sutinen | Englisch

Alle zwei Jahre nimmt Tanz im August eine Retrospektive in das Festivalprogramm auf, die das Lebenswerk und die Karriere von zeitgenössischen Choreograf:innen beleuchtet. Zu dieser Reihe gehörten bisher die Künstlerinnen Rosemary Butcher (2015), La Ribot (2017), Deborah Hay (2019) und Cristina Caprioli (2022). Wozu sind Retrospektiven gut? Was sind die verschiedenen Konzepte, insbesondere im Bereich Tanz und Performance? Wie wirkt sich dieser Prozess der intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Erbe auf die Zukunft von Künstler:innen aus? Welche Lehren können Künstler:innen und Kurator:innen daraus ziehen?

On the Sofa

 

Künstler:innen und Expert:innen kommen in der Bibliothek im August zusammen, um über aktuelle Fragen zu sprechen, die sich aus dem künstlerischen Programm des Festivals ergeben.

Termine

 

6.8., 18:30 | On horses, dances, pulses, feminism and the city
Mit: Helena Byström, Anna Källblad | Moderation: Eduardo Bonito | Englisch

12.8., 18:30 | Female Indigenous Futures
Mit: Daina Ashbee, Elle Sofe Sara | Moderation: Martha Hincapié Charry | Englisch

Unterstützt durch das Canada Council for the Arts, die Regierung von Kanada (Botschaft von Kanada) und die Vertretung der Regierung von Québec.

14.8., 16:00 | Archivkompliz:innen – Tanzarchive in Bewegung
Mit: Eingeladenen Teilnehmenden und der Steuerungsgruppe “Tanz∆rchiv Berlin“ Claudia Feest, Claudia Henne, Alexandra Hennig, Christine Henniger, Agnes Kern (Projektleitung „ArchivKompliz:innen“) | Deutsch

Seit Herbst 2020 arbeiten wir, die Steuerungsgruppe „TanzArchiv Berlin“, die aus dem Runden Tisch Tanz Berlin hervorgegangen ist, an der Entwicklung eines lebendigen Archivs für den Tanz in Berlin. Wir möchten Strategien des Erinnerns, Sammelns und Bewahrens neu formulieren – den sogenannten Kanon kritisch befragen. Nach einer Umfrage in der zeitgenössischen Tanzszene (2021), dem Symposium SENSING THE ARCHIVE(s) – SKETCHING THE ARCHIVE(S) im April 2022 widmen wir uns jetzt in Kooperation mit vier Partner:innen der künstlerischen Forschung verschiedener Berliner Tanz-Geschichten. Im Gespräch wollen wir unsere ArchivKompliz:innen, ihre Projekte sowie unsere Arbeit vorstellen.

17.8., 20:00 | Express yourself! Strategies of empowerment for women in urban dance
Mit: URBAN FEMINISM-Choreografinnen | Moderation: Dandan Liu | Deutsch & Englisch