Lenio Kaklea

Les Oiseaux

21.–23.8.

Englisch mit deutscher Übersetzung

Ab 6 Jahren

Dauer: 1 h 15 min

“Les Oiseaux” von Lenio Kaklea lädt dazu ein, die Welt aus der Perspektive von Vögeln zu betrachten. Mit sieben hybriden Figuren und einer Klanglandschaft aus Vogelstimmen erzählt das Stück von der engen Verbindung zwischen Natur und Gesellschaft und der Verletzlichkeit unseres Ökosystems.

Die Faszination für Vögel zieht sich seit den frühen Balletten durch die westliche Tanzgeschichte. Doch wie sähe eine Choreografie aus, die sich die Welt aus ihrer Perspektive erschließt, statt sie bloß zu beobachten? Ausgehend von dieser Frage entwirft die Choreografin Lenio Kaklea einen fantastischen Kosmos, bevölkert von sieben hybriden Wesen und einem Flugobjekt. Eingebettet in eine hypnotische Klanglandschaft aus Vogelstimmen führen die Figuren einen schillernden Tanz zwischen Wettstreit und Spiel auf. “Les Oiseaux” ist eine Fabel über die Fragilität unseres Ökosystems, in der die Grenzen zwischen Natur und Gesellschaft zunehmend verschwimmen. 

www.abd-contents.com/choreography


Tickets
Normal 25 / 20 € 
Ermäßigt 16 / 12 € 

Für diese Veranstaltung bieten wir eine Jugendkarte an. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren zahlen in Begleitung von erwachsenen Ticketinhaber*innen einen Sonderpreis von 5 €. 

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Artist's Note von Lenio Kaklea

Ein Wendepunkt in meiner künstlerischen Praxis zeichnete sich um das Jahr 2022 ab. Bis dahin war meine Arbeit in der Autobiografie, der Autofiktion sowie den sozialen und politischen Dimensionen von Bewegung verwurzelt – innerhalb einer choreografischen Sprache, die eng mit feministischen Kämpfen verbunden war. Nach und nach verspürte ich das Bedürfnis, dokumentarische Ansätze zu verlassen und mich einer postdramatischen und hybriden Bühnensprache zuzuwenden, die feministische und postkoloniale Perspektiven durch unterschiedliche Bewegungsmaterialien zusammenführt.

Dieser Wandel markierte den Beginn eines ökokritischen Zyklus mit Αγρίμι (Fauve) im Jahr 2023 und Les Oiseaux im Jahr 2025. Beide Arbeiten wurden von der Dringlichkeit getragen, das Verschwinden lebendiger Welten, die Widersprüche in unserem Verhältnis zur Natur und die Art und Weise zu thematisieren, wie sich diese Spannungen in den Körper einschreiben.

Les Oiseaux entstand aus einem beharrlichen Bild, das mich über Jahre hinweg begleitet hatte. Vögel nehmen einen zentralen Platz in unserer Vorstellungswelt ein: Sie verkörpern Freiheit, Leichtigkeit und Utopie, aber ebenso Grausamkeit, Raubverhalten, Konflikt und ökologischen Verlust. Diese Ambivalenz wurde zum Fundament der Arbeit, die versucht, über eine romantische Sicht auf Vögel hinauszugehen und sich ihren dunkleren Dimensionen zuzuwenden.

Mein Ausgangspunkt war Die Vögel von Aristophanes, das die Geschichte zweier Menschen erzählt, die vor Krieg und Korruption fliehen, um unter den Vögeln eine neue Gesellschaft zu gründen. Trotz seines Anthropozentrismus und seiner Misogynie bleibt das Stück aufgrund seiner zentralen Frage aktuell: Wie können wir Formen des kollektiven Zusammenlebens neu denken, wenn bestehende menschliche Systeme zu versagen beginnen?

Später erweiterte ich meine Referenzen durch Les Guérillères von Monique Wittig, deren hybride weibliche Figuren – teils Mensch, teils Tier – neue Möglichkeiten eröffneten, den Körper über das Unheimliche zu denken. Von dort aus untersuchte ich Fragen des Zusammenlebens und der Hybridität: wie sich Körper gemeinsam bewegen und dabei ihre Singularität bewahren, und was es bedeutet, eine nicht-menschliche Perspektive einzunehmen.

Schließlich war die Begegnung mit dem Wissenschaftler Thierry Aubin für das Projekt von entscheidender Bedeutung. Sie eröffnete den Zugang zur Erforschung der Bioakustik von Vögeln als komplexe Formen von Sprache. Durch seine Forschung und seltene Feldaufnahmen aus unzugänglichen Naturräumen entdeckte ich weitläufige Klangwelten, die von Emotion und Kommunikation geprägt sind und sich dem menschlichen Verständnis weitgehend entziehen. Diese Archive wurden zu einem reichen klanglichen Terrain, das wir gemeinsam mit dem Komponisten Éric Yvelin weiter erforschten.

Abschließend verstehe ich Les Oiseaux als den Versuch, einen Raum der Transformation und des Zusammenlebens jenseits normativer Rahmenbedingungen zu entwerfen. In einer Zeit, die von ökologischem Kollaps, wachsendem Misstrauen gegenüber der Wissenschaft, aufkommendem Populismus und Krieg geprägt ist, wird Choreografie zu einer Möglichkeit, diese Spannungen erfahrbar zu machen. Anstatt ein Manifest zu sein, eröffnet das Stück einen Erfahrungsraum, in dem das Publikum die Komplexität der eigenen Körper und der lebendigen Welt neu betrachten kann. Die Bühne wird so zugleich zu einem Raum der Darstellung und zu einem Ort kollektiver Wahrnehmung – an dem neue Intimitäten zwischen Körpern und Identitäten leise entstehen.

Trailer

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Deutschlandpremiere
  • Team

    Choreografie & Regie

    Lenio Kaklea

    Von & mit

    Nefeli Asteriou, Liza Baliasnaja, Amanda Barrio Charmelo, Luisa Heilbron, Dimitri Mytilinaios, Raoul Riva, Jaeger Wilkinson

    Text

    Lou Forster nach “Les Guérilleres” von Monique Wittig und “Les Chimères” von Gérard de Nerval

    Sound & Technische Leitung

    Eric Yvelin

    Bühne

    Clio Boboti

    Assistenz Bühnenbild

    Angeliki Vassilopoulou-Kampitsi

    Dekoration

    Angeliki Baltsaki

    Licht

    Jean-Marc Ségalen

    Kostüm

    Olivier Mulin

    Wissenschaftliche Betreuung

    Thierry Aubin

    Trapeztraining

    Christina Sougioultzi

    Administration & Produktionsleitung

    Olivier Poujol

    Distribution

    Fanny Virelizier

  • Credits

    Produktion abd

    Koproduktion Charleroi danse – Centre chorégraphique de la Fédération Wallonie-Bruxelles, Museum of Contemporary Art (MOCA) Los Angeles, Le festival d’automne, CCN – Ballet de Lorraine, Théâtre de la Vignette, NEXT Festival, CCN – Ballet National de Marseille

    abd erhält Strukturförderung durch die DRAC / Île de France. 

    Unterstützt durch Konsultation der 2025 Konvention des Institut français der Stadt Paris, Montpellier Danse Festival, Atelier de Paris / CNDC, Le Carreau du Temple

    Dank an den wissenschaftlichen Ausschuss von La Pop, Paris

    Mit freundlicher Unterstützung des Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur. 

Weitere Informationen

Besuchshinweis

Es gibt eine Drohne auf der Bühne.

Termine Produktion

  • Deutschlandpremiere

    Fr 21.8.

    von 20:00 bis 21:15 HAU2

  • Sa 22.8.

    von 18:00 bis 19:15 HAU2

  • So 23.8.

    von 18:00 bis 19:15 HAU2

Spielorte

HAU2
Hallesches Ufer 34, 10963 Berlin

Bitte beachten Sie: Der Fahrstuhl im HAU2 ist aktuell leider defekt.

Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus vorhanden. Barrierefreie Sanitäranlagen vorhanden. Es stehen vier Relaxed Seats in der ersten Reihe des HAU2 zur Verfügung.