Digitale Konferenz

How to Be Together? Gespräche über internationalen Austausch und Zusammenarbeit in den darstellenden Künsten

Eine gemeinsame Veranstaltung von Zürcher Theater Spektakel und Tanz im August / HAU Hebbel am Ufer

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14:00 | Distance and Assembly
15:30 | Choreographies of a split country
17:30 | Abschluss & Reflexionen für die Zukunft

Als eine Antwort auf die herausfordernde Situation, die das physische Zusammentreffen von Menschen auf der ganzen Welt über die letzten Monate verhinderte und noch verhindert, planen wir eine Reihe von Gesprächen über die Zukunft des Austauschs und der internationalen Zusammenarbeit in den darstellenden Künsten. Das dreitägige Programm soll einen transkontinentalen Dialog zwischen Künstler*innen, Kunstveranstaltenden und Kulturpolitiker*innen anregen und die verbinden, die an unterschiedlichen Orten – geografisch, kulturell, politisch und beruflich – tätig sind. In mehreren Diskussionsrunden wollen wir alten wie auch neuen, sich durch die aktuelle globale Krise potenzierenden Fragen, wie beispielsweise die strukturellen Bedingungen und Abhängigkeiten der künstlerischen Produktion von internationaler Mobilität und Koproduktion, Raum geben. Dieser Austausch von Fachwissen, Erfahrungen und von Bewältigungsstrategien in Zeiten von Ausgangssperren, physischer Distanzierung und eines unumgänglichen gesellschaftlichen Umdenkens wird als eine gemeinsame Veranstaltung von Zürcher Theater Spektakel und Tanz im August organisiert und präsentiert.

PROGRAMM | Samstag 29.8.2020

14:00–15:00 | Distance and Assembly
Die Performing Arts basieren auf physisch geteilter Präsenz. Sie finden zumeist in der direkten Begegnung mit einem Publikum statt, oft versammelt in einem Theaterraum. Sie erzeugen, verhandeln und kultivieren verschiedene Formen der Versammlung und ermöglichen unwahrscheinliche Begegnungen. Es sind Momente von entscheidender Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt und den kulturellen Austausch, die nicht einfach in andere Kommunikationsmittel übersetzt werden können und über Entfernungen schwer zu vermitteln sind. Physische Distanzierung und Isolation stellen Künstler*innen, die partizipatorische oder gemeinschaftsbasierte Performances machen, vor besonders große Herausforderungen. Angesichts radikal veränderter Bedingungen, die Versammlung sowohl als kulturelle als auch als politische Praxis einschränken, werden Sibylle Peters und Akira Takayama die Auswirkungen der derzeitigen Kontaktbeschränkungen auf ihre eigene Arbeit diskutieren und Möglichkeiten anderer Arten der Versammlung erörtern.

Moderation Judith Knight (Produzentin, London)
Im Gespräch Sibylle Peters (Performancekünstlerin und Wissenschaftlerin, Hamburg), Akira Takayama (Theatermacher, Saitama)

15:30–17:00 | Choreographies of a split country
Diese Session zeigt den Kurzfilm “About Questions, Shames and Scars” von Alice Ripoll & Cia REC und die Premiere der Videoperformance “Pro Futuro Quilombo” von Calixto Neto. Anschließend daran sprechen die Künstler*innen über ihre Erfahrungen mit dem Leben und Arbeiten angesichts der neofaschistischen Regierung, des strukturellen Rassismus und des Coronavirus sowie der zunehmenden Bedrohung für BIPoC in Brasilien durch diese sich gegenseitig potenzierenden Krisen.

Ausgangspunkt der Präsentation von Calixto Neto ist die Nachstellung eines der berühmtesten Solostücke des brasilianischen zeitgenössischen Tanzes: “Samba do Crioulo Doido” (2004) des Choreographen Luiz de Abreu. Der Künstler taucht in die Geschichte und den Kontext des vor mehr als 15 Jahren entstandenen Solos ein und vergleicht sie mit dem Brasilien des Jahres 2020; Eine Bestandsaufnahme unserer Tage. Der Kurzfilm von Alice Ripoll & Cia Crea entstand aus den unterschiedlichen Reflexionen eines künstlerischen Teams aus Regisseurin und Tänzer*innen über ein Brasilien mit gravierenden Ungleichheiten, die faschistische Politik Bolsonaros, COVID-19, und ihrer Performance “aCORdo”.

Diese künstlerischen Präsentationen sind Teil von “Brazil Hijacked”, einer Reihe von Ausstellungen, Videoperformances, Filmen und Vorträgen, welche den derzeit in Brasilien stattfindenden Prozess der Zerstörung von Kultur und zeitgenössischem Denken in den blick nimmt. Zu diesem Zweck werden brasilianische Künstler*innen und Kulturaktivist*innen eingeladen darüber zu sprechen, wie das neo-faschistische Projekt der Regierung Bolsonaro ihr Leben, ihre Träume und ihre Zukunft beeinflusst.

“Brazil Hijacked” wurde ursprünglich für das Antic Teatre / Festival Grec Barcelona 2020 von den unabhängigen Kurator*innen Eduardo Bonito und Isabel Ferreira ins Leben gerufen. Die präsentierten Videoarbeiten sind eine Koproduktion von Zürcher Theater Spektakel und Tanz im August.

Moderation Nayse Lopez (Journalistin und Leitung Panorama Festival, Rio of Janeiro)
Im Gespräch Alice Ripoll (Choreografin, Rio de Janeiro), Calixto Neto (Choreograf, Paris)

17:30–18:00 | Abschluss & Reflexionen für die Zukunft
In der abschließenden Sitzung soll die Kuratorin für darstellende Künste Marta Keil, die die gesamte Konferenz begleiten wird, einige der wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen, um das gemeinsame Nachdenken über zukünftige Entwicklungen im Kontext der diskutierten Themen zu erleichtern. 

Konferenzbeobachterin Marta Keil (Kuratorin für Performing Arts, Warschau)

  • Stab

    Kuration

    Ana Letunić, Maria Rößler

  • Credits

    Eine gemeinsame Veranstaltung von Zürcher Theater Spektakel und Tanz im August / HAU Hebbel am Ufer. Unterstützt von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes.

Vergangene Termine

Sa 29.8.

von 14:00 bis 18:00Online

Spielorte